gefeiert

Ich habe ja so mehr oder weniger einen Blogartikel über das Mondfest versprochen. Also schreibe ich den jetzt endlich noch. Das Fest war am letzten Montag, also heute vor einer Woche. Ich habe das mit dem Mondkalender noch nicht so im Griff, aber jedenfalls war letzten Montag Vollmond, und ich glaube, das Mondfest ist immer bei Vollmond. Auf Chinesisch heisst es 中秋节 (zhongqiujie), auf Englisch Midautumnfestival. Das ist die wörtliche Übersetzung. Mondfest gibt aber auch Sinn, denn es ist Tradition, dass die ganze Familie den Mond anschaut und Mondkuchen isst. Warum, müsst ihr selbst nachschauen, das weiss ich auch nicht.

 

Wir sind vor dem Mittag zu den Grosseltern gefahren. Also eigentlich nicht zu den Grosseltern, sondern zu Onkel und Tante, aber die Grosseltern waren natürlich auch da. Vorher sind Xinling (das ist meine Schwester) und ich noch schnell in den Walmart, wo wir die beiden Cousinen getroffen haben. Extrem amerikanisch, dieser Walmart. Oder auch nicht. :-) Zum Mittagessen gab‘s Hotpot (die chinesische Variante des Fondue Chinoise. Fleisch, Gemüse, Tofu, Fische (oder auch nur Fischköpfe) und noch andere Sachen, keine Ahnung was das alles so genau ist. Es schmeckt nicht schlecht, aber für chinesische Verhältnisse sitzt man da ewig am Tisch, mit der Zeit wird’s irgendwie anstrengend. :-) Am Nachmittag sind die eine Cousine, meine Schwester und ich shoppen gegangen (Kein Problem, dass Feiertag ist, alle Läden hatten geöffnet, genau wie am Sonntag und in der Nacht). Und dann haben wir auch schon wieder gegessen. Nach dem Essen blieben wir nicht mehr allzu lange und sind dann noch zu den anderen Grosseltern (also nein, auch zu Tante und Onkel) gegangen, wo ich die Verwandten mütterlicherseits das erste Mal gesehen habe. Nur den einen Onkel kannte ich schon vom ersten Tag, der hat uns vom Bahnhof nach Hause gebracht. Da wurde uns nochmals ein bisschen Essen angedreht, aber lange blieben wir zum Glück auch nicht, ich war nämlich wirklich total müde und überessen. :-) Es war also grundsätzlich nicht soo spannend. Als wir zu Hause waren, hat der Vater als erstes gesagt: „Unsere Wohnung ist gross und kühl. Bei uns ist es gut“. Ich glaube, ich bin nicht die einzige, die es ein bisschen anstrengend fand. Ausserdem war da nichts mit Mond anschauen. Aber Mondkuchen gegessen haben wir natürlich schon ein bisschen, wie auch schon vor dem Fest, und wir haben immer noch einige.

 

Mondkuchen (Ich weiss gar nicht, ob das so heisst. Der Englische Name ist Moon Cakes, Chinesisch 月饼 (yuebing)) sind ganz typisch für das Mondfest, etwa wie bei uns die Weihnachtsguetzli. Nur dass man sie nicht selbst macht, sondern kauft. Dafür gibt es eine riesige Auswahl an solchen Schachteln. Die Verpackung funktioniert so: Aussen ist eine (meistens) rote, glänzende und schön designte Kartontragtasche. Darin ist eine in Form und Design passende Kartonschachtel, die man dann irgendwie aufklappen kann. Darin sind ein paar kleinere Kartonschachteln (oder als Edelvariante auch Alubox), im passenden Design natürlich. Darin ist dann ein (meistens winzig kleiner) Mondkuchen, noch verpackt in einer Plastikschale mit Plastikfolie rundherum. Ja, man könnte es übertrieben nennen. :-D Aber schön sieht es aus, immerhin. Man könnte die Mondkuchen zwar auch einzeln kaufen, aber meistens kauft man sie eben in diesen Schachteln, vor allem als Geschenk. Wer wem Mondkuchen schenken „muss“, weiss ich auch nicht genau. Aber ich glaube, es gehört sich, dass man den Grosseltern vor dem Mondfest Mondkuchen schenkt. Und als Kontaktpflege für Firmen eignen sich Mondkuchen auch gut, die geben da manchmal sehr viel Geld dafür aus. Ist im Fernsehen gekommen. Ach ja, vielleicht sollte ich noch schreiben, wie sie schmecken, das ist ja eigentlich das Entscheidende bei Esswaren. Aussen ist so ein Biskuit, die Füllung innen hat eine Konsistenz von… Nehmt einen Kuchen, lasst ihn nur die halbe Backzeit im Ofen und presst ihn ganz fest zusammen. Irgendwie so. :-) So pampig, halbfeucht. Und eben, der Geschmack. Jaaa. Mondkuchen gibt es grundsätzlich in allen Geschmacksrichtungen. Wirklich. Irgendwie erinnert mich das an „Berty Bott’s Bohnen mit allen Geschmacksrichtungen“ (oder so ähnlich) aus Harry Potter. :-D Als ich das erste Mal Mondkuchen gegessen hatte, war das Erdbeere (ein bisschen süss) und Kokosnuss (richtig gut). Ansonsten habe ich sicher Tomate gegessen. Und Eigelb (das war ganz gut, nur dass da in der Mitte doch tatsächlich ein ganzes Eigelb war, das weniger gut geschmeckt hat). Sonst war das meiste undefinierbar, irgendwo wäre der Geschmack jeweils angeschrieben, aber das nützt mir im Moment auch noch nicht viel. Ah ja, einmal stand da Niaotou, falls ich meine Schwester richtig verstanden habe. Das heisst Vogelkopf. Und ich glaube sofort, dass es Mondkuchen mit Vogelkopfgeschmack gibt, warum auch nicht? Also ja, die meisten Mondkuchen schmeckten mir nicht besonders. Aber schön sehen sie aus (also nicht nur die Verpackung). Naja, schaut die Fotos an!

 

Ich glaube, das ist genug zum Thema Mondfest. Ich hoffe, euch geht es auch gut! :-D

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Kommentare: 2
  • #1

    moira (Freitag, 23 September 2011 09:09)

    wäääääääää!!
    sory mire, aber das tönt jo mega gruusig!
    vorallem dä huere vogelchopf! heijwaa.. aber dä hesch ez emu scho ned gässe, oder? iiih!!
    ond s eigälb tönt jo ou mega guet! hahaha, scheisse, du dosch mer ergendwie leid met dem ässe ;)
    hoffe för dech es ged ou no ässe, wod gärn hesch ;)
    grüessli
    die moi (:

    PS: ond e gruess vo de jojo :D

  • #2

    silvi (Sonntag, 23 Oktober 2011 04:34)

    hahahahaha....witerso mire! chond guet! =D

Ja, ich bin eine schreckliche Blogschreiberin. In letzter Zeit habe ich es eigentlich sogar fast geschafft, mein Versprechen einzuhalten und zwei Artikel pro Woche zu schreiben. Nur habe ich immer nur damit begonnen und sie nicht zu Ende geschrieben. Das hole ich gerade nach und lade die Artikel dann nach und nach hoch. Fragt euch also nicht, wenn ploetzlich ein Blogartikel von Ende Februar auftaucht, den ihr vorher noch nie gesehen habt! Kürzlich hochgeladen:

Dieser blog soll euch während meinem austauschjahr in china 2011/2012 ein bisschen auf dem laufenden halten.

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danke

an alle, die irgendwie dazu beigetragen haben, diesen traum zu verwirklichen.

谢谢。