eröffnet

Vom Mittwoch bis Freitag war das Sportfest von unserer Schule. Also sowas wie der Sporttag bei uns. Nur ist es hier freiwillig, Sport zu machen. Alle, die bei einer Disziplin (Kugelstossen, Hochsprung, Weitsprung, verschiedene Distanzen Rennen und noch ein oder zwei Sachen, die ich vergessen habe) mitmachen wollten, konnten sich vor einem Monat oder so in einer Liste einschreiben. Ich habe mich für Weitsprung eingeschrieben, da ich erst nachher gemerkt habe, dass das man gar nicht mitmachen müsste. Aber ich habe nichts gegen Weitsprung, ist also nicht so schlimm. Ansonsten mussten wir uns noch auf die Eröffnungszeremonie vorbereiten. (Ich habe ja sowieso ein bisschen das Gefühl, dass die Chinesen all ihre Sportfeste – also jetzt die richtigen, die im Fernsehen kommen – nur für die Eröffnungszeremonie machen. Aber das ist dann nicht ganz das gleiche wie die Eröffnungszeremonie an unserer Schule.) Erstens sollten wir uns eine Klassenuniform aussuchen, was bei unserer Klasse eindeutig eine komplizierte Sache war, weil sie sich einfach nicht einigen konnten. Sie haben sich dann doch nicht für den rosaroten Häschenpullover entschieden. Dafür für einen dunkelblauen, der vieeel zu heiss war und jetzt wirklich Made in China-Qualität hat. Der Preis war aber auch Made in China, 6 Franken sind ja wirklich nicht viel. Wobei, es hatte nur die halbe Klasse den dunkelblauen Pullover. Die Jungen und ein paar Mädchen hatten ein graues Jäckchen, mit dem sie eindeutig mehr Glück hatten. Und zweitens mussten wir in der Sportstunde marschieren üben. Und dazu ein Text schreien, irgendwas von unsere Klasse ist der King (Das war der Schluss und der einzige Teil, den ich mir wirklich merken konnte). (Übrigens ist Marschieren in den Sportstunden sowieso ziemlich beliebt. Irgendwie muss man das zweimal während der Mittelschule lernen, weil man das können muss, wenn man auf die Universität gehen will. Oder so. Die machen das dann aber so richtig, alle in so Tarnfarbenkleidung (bzw. die blaue Variante davon, wie genau das tarnen soll weiss ich auch nicht, aber vielleicht kann man das ja wirklich gebrauchen. Oder sonst sieht es einfach schöner aus) und für jede Klasse war einer vom Militär da, der das mit ihnen geübt hat. Eine Woche lang. Meine Klasse musste das letztes Jahr machen. Aber es ist jetzt nicht so, dass sie es jetzt (noch) könnten…) Der Klassenlehrer von der China-Kanada-Klasse (Das ist so eine Spezialklasse, die sich dann an kanadischen Universitäten bewerben wollen. Die haben ein bisschen anders Unterricht und sind nur 15 Leute oder so in der Klasse. Die italienische Austauschschülerin ist in dieser Klasse, weil ihre Gastschwester auch in der Klasse ist.) wollte mich und den deutschen Austauschschüler dann noch überreden, für die Eröffnungszeremonie mit seiner Klasse mitzulaufen, von wegen international und so. Aber mit Hilfe von meiner Schwester konnte ich mich dann gerade noch dagegen wehren, meine Klasse brauchte mich doch. Das haben sie gesagt. Und ich mag meine Klasse. :-)

 

Am Mittwochmorgen sind wir also in unseren viel zu heissen Pullovern in die Schule gegangen. Danach sind wir alle etwa dreimal ums Schulhaus gelaufen, bis wir wussten, wo wir stehen sollten, bevor wir ablaufen konnten. Danach haben wir uns noch irgendein Tüchlein um den Arm gebunden (dreimal rundherum und dann verknoten), bevor wir dann einmal um den Sportplatz marschiert gelaufen sind, versucht haben, unser Sprüchlein aufzusagen und uns nachher in Reihen aufgestellt haben. Als dann die ganze Schule auf dem Sportplatz stand, gab es ein paar Reden. Danach die Gymnastikübungen, zuerst von der Unterstufe, dann von der Oberstufe. Und oh Wunder, meine Klasse kann die Übungen ganz akzeptabel. Warum wusste ich das bis jetzt nicht? :-) (Kurze Erklärung, weil ich es immer noch nicht fertiggebracht habe, den Blogartikel über die Schule fertigzuschreiben. Diese Gymnastikübungen machen wir jeden Morgen bei den Morning Exercises. Aber da fehlt meiner Klasse ein bisschen die Motivation, sich zu bewegen.) Und das war es dann eigentlich auch, danach durften wir nach Hause gehen. Den Nachmittag habe ich mit meiner Schwester und einer Klassenkameradin in der Stadt verbracht und mir ein neues Handy gekauft. Das Sportfest ist ja eben (ausser der Eröffnung) freiwillig. Deshalb hatten wir eigentlich ganze fünf Tage frei. Weitsprung habe ich dann nicht gemacht, da es am Donnerstagmorgen geregnet habe. Und ab dem Donnerstagnachmittag habe ich meine ganzen Ferien mit Tanzen verbracht. Da gibt es dann aber auch noch einen Blogartikel darüber.

 

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Kommentare: 5
  • #1

    nina. (Dienstag, 25 Oktober 2011 08:44)

    Hallo miRe :)

    Ich wollte dir nur sagen, dass ich deinen Blog immernoch lese und ihn sehr interessant finde! Vielleicht kannst du ja mal nen Eintrag über Chinesisch machen?

    Liebe Grüsse aus Dänemark, Nina :)

  • #2

    silvia (Mittwoch, 26 Oktober 2011 22:33)

    Miranda! =) hast du meine postkarte bekommen?

  • #3

    einjahrchina (Dienstag, 01 November 2011 08:26)

    silvia: nei, nonig. aber wenn hesch sie abgscheckt? normalerwis gohts ongefaehr 3 woche, bes en brief achonnt.

    nina: danke! und ja, kann ich mal machen, wenn dann der eintrag ueber die schule endlich fertig ist.

  • #4

    silvia (Donnerstag, 03 November 2011 20:23)

    hey ja hans am 16. oktober abgscheckt =) han aber d'adressi met normale buechstabe gschrebe! =P

  • #5

    Simon (Samstag, 12 November 2011)

    Liebe Miranda, heute ist dein Brief bei uns angekommen. Er brauchte fast 6 Wochen! Herzlichen Dank

Ja, ich bin eine schreckliche Blogschreiberin. In letzter Zeit habe ich es eigentlich sogar fast geschafft, mein Versprechen einzuhalten und zwei Artikel pro Woche zu schreiben. Nur habe ich immer nur damit begonnen und sie nicht zu Ende geschrieben. Das hole ich gerade nach und lade die Artikel dann nach und nach hoch. Fragt euch also nicht, wenn ploetzlich ein Blogartikel von Ende Februar auftaucht, den ihr vorher noch nie gesehen habt! Kürzlich hochgeladen:

Dieser blog soll euch während meinem austauschjahr in china 2011/2012 ein bisschen auf dem laufenden halten.

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danke

an alle, die irgendwie dazu beigetragen haben, diesen traum zu verwirklichen.

谢谢。