geviertelt

Heute ist Freitag, der 4. November 2011. Und genau heute ist ein Viertel meiner Zeit in Nanchang vorbei. Das ist nicht gut, wirklich nicht.

 

Die zweieinhalb Monate, die ich jetzt schon hier bin, sind einerseits wie im Flug vergangen, andererseits fühlt es sich auch wie eine ziemlich lange Zeit an. Das ist ja irgendwie immer so. Aber das Gefühl, dass die Zeit schnell vorbeigeht, überwiegt eindeutig. Es ist echt unglaublich, dass ein Viertel schon vorbei ist. Es ist ja nicht so, dass ich nie wieder zurück in die Schweiz gehen möchte. Zehn Monate sind eigentlich eine gute Zeitdauer, glaube ich. Aber nicht, wenn die Zeit so schnell vorbeigeht… :-D Nein, das macht mir wirklich ein bisschen Angst. Ich würde gerne bis im Juni einigermassen Chinesisch sprechen können und noch ein bisschen etwas unternommen haben. Zum Glück habe ja auch noch ganze 7 ½ Monate Zeit. Aber wenn die auch so schnell vorbeigehen… Hm, ich wiederhole mich.

 

Mir gefällt es hier noch immer. China ist toll. Ich habe meine Länderwahl noch überhaupt nicht bereut. (Dass China gar nicht meine Erstwahl war, vergesse ich auch immer. Haha.) Und dass ich in Nanchang gelandet bin, da bin ich eigentlich auch sehr zufrieden damit. Habe ich schon mal erwähnt, dass ich das Wetter in Nanchang mag? Heute, am 4. November (!!!) war wieder mal schön warm. Mein Handy behauptet, es sei heute 18 – 25 °C warm gewesen, aber in der angenehm kühlen Wohnung sind es im Moment 24°C. Also war es wahrscheinlich noch wärmer. Wenn in der Schweiz im Sommer solches Wetter wäre, würden wir alle kurze Hosen anziehen und stöhnen, wie heiss es sei… Ich denke immer an euch zuhause, wenn ich der Wetterbericht von der Schweiz sehe. Hehe. Da geht es mir immer gleich noch einmal besser. :-) Jaja, Schadenfreude. Ihr dürft mich dann auslachen, wenn hier im Januar irgendwie 5°C sind. Drinnen. Hilfe…

 

Das Einzige, was langsam wirklich nervt, ist, dass chinesische Schüler einfach keine Zeit haben. Das wusste ich und war auch einer der Hauptgründe, weshalb China nur meine Zweitwahl war. Das ist nämlich wirklich mühsam. Ich muss ja eigentlich nicht sagen, ich kann froh sein, dass ich nicht so viel in die Schule gehen muss wie die Chinesen. Ich habe den ganzen Sonntag frei und am Abend muss ich auch nie zur Schule. Das Problem ist nur, dass man in dieser Zeit auch nicht wirklich etwas machen kann, weil ja niemand Zeit hat. Das heisst, ich sitze zuhause und schaue chinesisches Fernsehen. (Meistens. Wenigstens lerne ich dabei noch ein bisschen Chinesisch. Und ich verstehe auch immer mehr im Fernsehen, aber auch nur, weil im chinesischen Fernsehen glücklicherweise fast alles untertitelt ist. Auf Chinesisch. Aber ich finde lesen viel einfacher als durch zuhören zu verstehen. Also so richtig verstehe ich chinesisches Fernsehen immer noch nicht. Wirklich nicht. Aber es gibt immer wieder Stellen, die ich verstehe, und wo ich dann denke, dass ich die noch ein paar Wochen vorher nicht verstanden hätte. Aber übers Chinesisch schreibe ich dann nächstens einmal einen Artikel. Wenn der über die Schule fertig ist. Äähm. Wie viel mal habe ich das jetzt schon geschrieben? Aber es ist dafür einen Riesenartikel, echt. Und der WC-Blog habe ich auch nicht vergessen. Aber da muss ich vorher noch ein paar Fotos machen. Warum komme ich eigentlich immer vom Thema ab?) Unternommen habe ich deshalb wirklich noch fast nichts in dieser Zeit. Alleine zu gehen hatte ich eben auch nicht wirklich Lust. Und das ist halt, wenn man in einer fremden Stadt ist, man hat gar keine Ahnung wo man hingehen kann, wo es gute Läden hat etc. So langsam sollte ich aber mal ein bisschen selbstständiger werden. Und für die nächsten paar Tage habe ich sogar mal ein paar Pläne. Morgen gehe ich mit den Austauschschülern Pizza essen, am Montagabend gehe ich mit einer Klassenkameradin Badminton spielen (Endlich.) und am Dienstag gehen wir wahrscheinlich mit unserer Chinesischlehrerin irgendwas in Nanchang anschauen (Weil für die chinesischen Schüler wieder die monatlichen Prüfungen sind, drei Tage lang). Dann gibt’s dann vielleicht auch wieder ein paar neue Fotos.

 

Mein Deutsch wird langsam eindeutig schlechter. Ich weiss nicht, ob man es schon merkt. Aber ich habe so kein Sprachgefühl mehr. Das ist aber auch eine komplizierte Sprache, ganz mühsam… Heute Morgen habe ich „gefernseht“ in mein Tagebuch geschrieben. Obwohl ich hier doch sogar jeden Tag ein bisschen Deutsch spreche. Und wenn ich mal ein paar Wörter Schweizerdeutsch spreche, tönt das sooo komisch. Das wird ja ganz lustig, wenn ich wieder in der Schweiz bin.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Vera (Donnerstag, 08 Dezember 2011 19:06)

    Hei Mire
    Aso han nor welle säge das ech dine Brief becho ha, aso scho vor emene Monet oder eso ond dä för d Klass esch ou a cho. Mer wettet der ez de gli mol zrog schribe (ech hoffe das klappt ;))
    hdl vera

Ja, ich bin eine schreckliche Blogschreiberin. In letzter Zeit habe ich es eigentlich sogar fast geschafft, mein Versprechen einzuhalten und zwei Artikel pro Woche zu schreiben. Nur habe ich immer nur damit begonnen und sie nicht zu Ende geschrieben. Das hole ich gerade nach und lade die Artikel dann nach und nach hoch. Fragt euch also nicht, wenn ploetzlich ein Blogartikel von Ende Februar auftaucht, den ihr vorher noch nie gesehen habt! Kürzlich hochgeladen:

Dieser blog soll euch während meinem austauschjahr in china 2011/2012 ein bisschen auf dem laufenden halten.

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danke

an alle, die irgendwie dazu beigetragen haben, diesen traum zu verwirklichen.

谢谢。