besichtigt

Ab dem 4. Januar war ich für eine Woche in Yunnan, einer Provinz in Südchina. Das war eine Reise, die von AFS China organisiert war. Es war freiwillig und für chinesische Verhältnisse viel, viel, viel zu teuer, aber ja. Da waren dann aber doch ganz viele AFSer. Und es war wirklich toll, Yunnan ist wunderschön.

Ich schreibe jetzt gar nicht mehr, schaut euch einfach die Fotos an! Und bei den Untertiteln gibt’s dann sowieso noch genug zu lesen...

Das ist in Shilin (石林, Steinwald, ziemlilich passender Name), ein UNESCO Weltnaturerbe in der Nähe von Kunming, der Hauptstadt Yunnans, wo unsere Reise gestartet hat. Shilin haben wir am zweiten Tag besichtigt, nachdem wir am ersten Tag nachmittags angekommen sind, zum Hotel gefahren sind und dort ein gemeinsames Abendessen hatten.

Wir wurden da mit so Touristenwagen durch den riesigen Park gefahren, an den schönsten Stellen wurde schnell angehalten, um ein paar Fotos zu machen.

 

In Yunnan gehört etwa jeder dritte Einwohner einer nationalen Minderheit an, das ist landesweiter Rekord. (Zum Vergleich: 91,59% aller Leute in ganz China sind Han-Chinesen. In meiner Provinz, Jiangxi, hat es sogar nur 0,27% Minderheiten.) In Kunming hat es vor allem viele Leute der Yi-Minderheit, besonders in Shilin (also da, wo der Steinwald ist), das ist nämlich ein autonomer Kreis der Yi. Also ein Kreis der Stadt Kunming. Und der Kreis ist dann in (Gross-)Gemeinden aufgeteilt. Irgendwie kompliziert. Also, ob diese Frauen auf dem Foto jetzt Angehörige der Yi sind, weiss ich auch nicht. Könnte sein. Aber was sicher ist: Erde in China ist rot. Ja, irgendwie vermisse ich dunkelbraune Erde. :-)

 

Ein paar Fotos aus dem Busfenster. Die sind am Nachmittag des 2. Tages entstanden, da sind wir von Shilin nach Chuxiong gefahren. Chuxiong ist der Name eines autonomen Bezirks der Yi (schon wieder) sowie der Hauptstadt davon. Chuxiong ist nicht unbedingt in der Nähe von Shilin (Also doch, eigentlich schon, jedenfalls für chinesische Verhältnisse. Für Schweizer: Einmal durch die Schweiz, von Basel nach Chiasso…), also haben wir den Nachmittag im Bus verbracht, und zwar wirklich den ganzen Nachmittag, mit Ausnahme von ein paar WC/Raststättenshoppausen, der Mittagspause und der anschliessenden Mid-term Orientation (Und zu dieser, die während einer sehr teuren, freiwilligen Reise stattfindet und daraus besteht, ein paar Seiten Fragebogen für AFS China auszufüllen, schreibe ich jetzt einmal nicht mehr).

Wie hier etwas wachsen soll, weiss ich echt nicht, da war alles so trocken. Die Durchschnittsniederschläge in Kungming von Dezember bis Februar sind jeweils etwa 12 mm, Juli und August dafür 205 mm. Naja, dafür ist es nicht zu kalt, wie mindestens im ganzen Norden Chinas. Es war wunderbar angenehm mit irgendwas zwischen 5 und 20°C, vor allem weil die Sonne immer geschienen hat. (In Nanchang während der ganzen Woche angeblich nicht ein einziges Mal, die Wochen bis jetzt waren nicht viel besser.)

 

Abendessen am 2. Tag – 蘑菇火锅 Mogu Huoguo, Mushroom Hotpot, Pilz-Feuertopf oder Pilz-Fondue Chinoise, wie auch immer man es jetzt nennen will. Ja, in China isst man Fondue Chinoise, sehr gern sogar. Es gibt spezielle Restaurants und viele Familien haben auch so einen Topf zu Hause. Ist aber nicht das Gleiche wie in der Schweiz. Also grundsätzlich schon, aber der Topf ist elektronisch geheizt und viel grösser. Die Sachen wirft man einfach in den Topf und nimmt sie danach mit den Stäbchen oder einer Kelle wieder raus. Und man isst keine Beilagen dazu, die nicht vorher im Topf waren, (eigentlich isst man in China sowieso fast nichts Rohes oder Kaltes) dafür kann man praktisch Alles da rein tun. Neben allen Arten von Fleisch und Fisch (Und weil ich in China bin, meine ich das ziemlich wörtlich. Ich habe schon Fischkopfhotpot sowie Hundehotpot gegessen. Hätte ich das jetzt nicht erwähnen sollen? Irgendwann kommt noch der Blogartikel über’s Essen (freut euch drauf!), da hätte ich das dann ja sowieso schreiben müssen. :-) Aber falls es beruhigt: Auf die Hundebeine habe ich dann doch verzichtet.) auch Tofu, Gemüse, Pilze, so ein Gebäck, Kartoffeln oder Nudeln. Oder Reis, aber das waren die Japanischen AFSer, Chinesen machen das nicht, glaube ich. Wenn schon Reis, nachher. Aber da hat man dann normalerweise schon genug gegessen.

 

Dali ist ein Autonomer Bezirk der Bai-Minderheit. Die Hauptstadt heisst Dali. Und die eine Grossgemeinde in der Stadt heisst Dali… Jedenfalls, da waren wir am 3. Tag. Wunderschön. :-) Bai 白 bedeutet weiss (also die Farbe). Das, weil die Farbe für diese Leute sehr wichtig ist, die Kleider sind zum Beispiel weiss und zu der speziellen Bai-Architektur gehört die grosse, weisse Wand in jedem Haus. Wir sind ein solches ‚Haus‘ anschauen gegangen, ein sehr touristischer Ort, genannt ‚Blumengarten der Familie Zhang‘. Haus ist eben ein bisschen das falsche Wort dafür, weil das ein riesiges Ding war, und eigentlich sind es ja auch mehrere Häuser, die aneinandergebaut sind, weil jeder Sohn für seine Familie ja dann auch wieder ein Haus bekommt. Und der hat dann bestimmt auch wieder Söhne. Keine Ahnung, das ist sowieso alles ziemlich kompliziert. Und Fengshui (=Wind-Wasser, übrigens) wurde auch noch beachtet. Jedenfalls, diese Familie schien ein bisschen überflüssiges Geld gehabt zu haben.

 

Lijiang. Hier ist nicht mal die Hälfte der Leute Han. 20% Naxi, 18% Yi und noch viele andere Völker leben da. Nach der Besichtigung der Altstadt kamen wir nach kurzer Zeit wieder in einer Altstadt von Lijiang. Aber irgendwie nicht die gleiche wie vorher. Das hat mich ein bisschen verwirrt. Also jedenfalls sind beides schöne Altstädte, beide in Lijiang, aber weder am gleichen Ort noch waren sie sehr ähnlich.

Impressionen vom Tag 5

 

Durch dieses Tor muss man durchgehen, wenn man wieder raus will, aus dem Dorf/Park/Museum (keine Ahnung wie man das nennen soll, jedenfalls musste man bezahlen, damit man da rein darf, glaube ich). Also, dazu muss man schreiben, dass Chinesen nicht so zimperlich sind, wenn es um dicke Leute geht. Wirklich übergewichtige Chinesen gibt es sehr wenige, habe ich das Gefühl. Und wenn man mal einen sieht, zum Beispiel im Fernsehen, darf man sich gerne darüber lustig machen. („Mama, komm schnell schauen, da im Fernsehen ist ein voll dicker Junge!“) Man darf den Leuten auch problemlos mitten ins Gesicht sagen, dass sie dick (geworden) sind. Und eine beliebte Personenbeschreibung ist es auch. („Der Onkel, weisst du, der gaaanz Dicke.“ Okay, er ist nicht schlank. In der Schweiz hätte man gesagt, er sei „ein bisschen breiter/fester“. Wenn ich mir das jetzt so überlege, ist er wirklich ein bisschen dick. Aber nur ein bisschen! Ich habe ihn unterdessen wiedergesehen. Er ist breit,nicht dick,eindeutig...) Bei den Naxi soll dick aber als Schönheitsideal gelten. Weil das zeigt, dass man reich ist. (Ausserdem gilt auch dunkle Haut als schön – Im Gegensatz zum restlichen China. Weshalb das bei den Naxi so ist, weiss ich aber nicht.) Fremde Männer werden deshalb auch respektvoll mit 胖亲哥dicker Bruder angesprochen. Ich weiss aber nicht, ob das heute wirklich immer noch so ist, dass Frauen dicke Männer bevorzugen. :-) So, jetzt zum Tor. Das ist also von der Seite aus fotografiert, nachdem ich schon durchgegangen bin. Übersetzung von den Worten, die über den Toren stehen, von rechts nach links: 1.) „Wer konnte es?“ 2.) „Wow! Teufelsfigur“ Das ist als Kompliment zu verstehen. (Die Standards für eine ‚Teufelsfigur‘ laut 百度百科 BaiduBaike, der chinesischen Wikipedia-Alternative: Brustumfang = Körpergrösse x 0.52, Taillenumfang = Körpergrösse x 0.34 und Hüftumfang = Körpergrösse x 0,542. Bei 170cm Körpergrösse gibt das 88,4cm/57,8cm/92,14cm. Gut, dass wir das jetzt wissen. :-D) 3.) „Sie sollten so bleiben!“ 4.) „Sie sollten abnehmen!“ 5.) „Marschall Tianpeng ist auf die Erde heruntergekommen!“ Das ist jetzt kompliziert. Es geht dabei um 西游记 ‚Die Reise nach Westen‘, ein klassischer chinesischer Roman aus der Song-Dynastie. Dabei geht es um einen Mönch und seine Begleiter, die von China zum westlichen Himmel (in Indien) reisen wollen. Die Geschichte gibt es auch als Fernsehserie, mit Specialeffekten, die echt Augenweh machen. (Was ziemlich schlimm ist, weil die alle übernatürliche Kräfte haben, ihre Körper in verschiedene Körper transformieren können, zum Himmel hochfliegen, … Aber jetzt gibt es eine neue Version davon, da geht es.) Marschall Tianpeng war also Marschall über die himmlische Segelflotte, bis er versuchte, mit der Mondgöttin zu flirten und danach als Strafe als dicker halb Mensch-halb Schwein auf die Erde heruntergeschickt wurde. Und dort dann mit dem Mönch zum westlichen Himmel reiste. Also nicht so schmeichelhaft, dieses Tor. :-) 6.) „Grüner Tunnel“. Das ist auch kompliziert. Irgendwie wird das für verschiedene Dinge verwendet, aber es geht darum, dass es für alle Leute zugänglich ist. Mein Gastvater erklärte jedenfalls auch, dass das hier bedeutet, dass einfach wirklich jeder durch dieses Tor durchgehen kann.

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Ja, ich bin eine schreckliche Blogschreiberin. In letzter Zeit habe ich es eigentlich sogar fast geschafft, mein Versprechen einzuhalten und zwei Artikel pro Woche zu schreiben. Nur habe ich immer nur damit begonnen und sie nicht zu Ende geschrieben. Das hole ich gerade nach und lade die Artikel dann nach und nach hoch. Fragt euch also nicht, wenn ploetzlich ein Blogartikel von Ende Februar auftaucht, den ihr vorher noch nie gesehen habt! Kürzlich hochgeladen:

Dieser blog soll euch während meinem austauschjahr in china 2011/2012 ein bisschen auf dem laufenden halten.

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an alle, die irgendwie dazu beigetragen haben, diesen traum zu verwirklichen.

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