geregnet

Ich wollte mich nur mal wieder über das Wetter hier beklagen. Im Herbst dachte ich ja noch, das Wetter in Nanchang sei toll. Das ist es nicht, wirklich. Der Sommer ist viel zu heiss. (Das stört ist aber noch das, was mich am wenigsten stört.) Der Wetter ist zu kalt. Natürlich nicht so kalt wie in der Schweiz. Draussen. Aber ohne Heizung und Isolation ist es drinnen dann eben auch nur 5°C oder so und ja, das ist kalt. Habt ihr schon mal erlebt, dass der Atem auch drinnen gefriert? Richtige Heizungen gibt es in China nur nördlich vom Gelben Fluss. Das entschied die chinesische Regierung. Im Süden kann man höchstens noch mit der Klimaanlage heizen. So einen Kasten hat hier ja jede Familie (die es sich leisten kann) im Wohnzimmer stehen. Sonst wäre es im Sommer wirklich kaum erträglich. Damit kann man aber eben auch heizen, viele machen es aber nicht, denn Strom ist hier anscheinend nicht so billig. Meine Familie schaltet die Klimaanlage aber glücklicherweise wirklich manchmal an. Aber ausser zuhause im Wohnzimmer ist es halt kalt. Zum Beispiel in der Schule. Einen Stift zu halten, wenn sich die Hand mehr oder weniger eingefroren anfühlt, ist übrigens echt mühsam. Essstäbchen halten auch. Die Jacke zieht man drinnen natürlich nicht aus. Zu Hause (oder auch zum spazieren oder einkaufen) trägt man aber so dicke Daunenpyjamas, darin sieht man richtig dick aus, aber sie geben warm. :-)

Aber obwohl man den ganzen Winter das Gefühl hat, es sei schrecklich kalt, ist es immer noch zu warm für Schnee. Ein paar Flocken gab es einmal, und auf den Autos blieb sogar ein bisschen was liegen. Das war dann aber auch schon alles.

Jedenfalls habe ich mich den ganzen Winter lang auf den Frühling gefreut. Um dann herauszufinden, dass es im Frühling dauernd regnet. Das sagten mir alle, das steht auf Wikipedia und im Moment ist es wirklich so. Die Sonne scheint einmal pro Woche, die restliche Zeit regnet es oder sieht so aus, als würde es gleich anfangen, zu regnen. Und weil erstens die Strassen und Trottoirs nicht flach sind und zweitens die Wasserablaufdinger (mein Deutsch im Moment…) am falschen Ort und sowieso verstopft sind, hat es einfach überall Wasser. Das sind schon eher Seen als Pfützen. Wenn man sich dann morgens auf dem Weg zur Schule alle Mühe gibt, einen Weg zwischen den Pfützen hindurch oder, wenn die Pfütze einfach das ganze Trottoir breit ist, eine Insel oder mindestens die am wenigsten tiefe Stelle der Pfütze zu finden, weil man keine Lust hat, nachher fünf Stunden mit nassen Füssen in der immer noch kalten Schule zu sitzen – wenn dann so ein dummes Auto von hinten kommt, einen anhupt und zwanzig Zentimeter neben den eigenen Füssen vorbeifährt, welche spätestens dann wirklich nass sind, dann hasse ich dieses Wetter wirklich. ;-) Und freue mich auf die Zeit, in der man den Schirm nicht jedes Mal, wenn man nach draussen geht aufspannen muss, weil es regnet, sondern weil die Sonne zu fest scheint. Wartet zwei, drei Monate, bis es soweit ist, und ich werde mich hier über die Hitze aufregen…

Die Leute in Nanchang beklagen sich übrigens auch über das Wetter hier. In Nordchina ist es ja soviel besser. Alles, nicht nur das Wetter. Und im Ausland ist es noch besser. Das ist doch irgendwie schon ein bisschen traurig… Ich finde Nanchang ja ganz okay. Aber ich muss ja auch nicht mein Leben lang hier sein. Und darüber bin ich dann trotzdem froh.

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Ja, ich bin eine schreckliche Blogschreiberin. In letzter Zeit habe ich es eigentlich sogar fast geschafft, mein Versprechen einzuhalten und zwei Artikel pro Woche zu schreiben. Nur habe ich immer nur damit begonnen und sie nicht zu Ende geschrieben. Das hole ich gerade nach und lade die Artikel dann nach und nach hoch. Fragt euch also nicht, wenn ploetzlich ein Blogartikel von Ende Februar auftaucht, den ihr vorher noch nie gesehen habt! Kürzlich hochgeladen:

Dieser blog soll euch während meinem austauschjahr in china 2011/2012 ein bisschen auf dem laufenden halten.

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an alle, die irgendwie dazu beigetragen haben, diesen traum zu verwirklichen.

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